Im Uncle Satchmo’s finden Klassik und Kuba zusammen

„Classic meets Cuba“ ist ein Projekt des Crossover-Trios ..Klazz Brothers“. Kilian Forster (Bass), Tobias Forster (Klavier) und der Schlagzeuger Tim Hahn haben sich hierzu mit zwei kubanischen Percussionisten zusam­mengetan und klassische Kompositionen mit Jazzelementen und lateinamerikanischen Rhythmen kombiniert. Für ihre erfolgreiche CD „Face to Face“ wurden sie kürzlich mit dem Echo-Klassik-Preis ausgezeichnet. An­lässlich des Auftritts der fünf Musiker am heu­tigen Abend im Uncle Satchmo’s (20 Uhr) sprachen wir mit Bassist Kilian Forster.

Degradieren Sie in Ihrem Projekt„Classic meets Cuba“ nicht die klassische Musik zum bloßen Melodienlieferanten?

Forster: Wir haben einen Heidenrespekt vor den alten Komponisten. Ich und mein Bruder Thomas, wir sind ja auch klassische Musiker, spielen diese Musik in der Hälfte un­serer Zeit. Also ist von daher schon eine enge Beziehung zur klassischen Musik vorhanden. Im Übrigen verwenden wir bei „Classic meets Cuba“ nicht nur die Melodien klassischer Werke, sondern auch Formen, Motive und andere Strukturen. Solche Übernahmen ha­ben die Komponisten auch selber angewandt, etwa indem sie Themen älterer Kollegen zu Variationen verarbeitet haben.

Nummern Ihres „Classic meets Cuba“-Re­pertoires wie die Kopfsätze von Mozarts g­ Moll- und Beethovens fünfter Sinfonie oder der„Hummelflug“ von Rimsky-Korsakov le­gen die Vermutung nahe, dass Sie bei der Auswahl der Kompositionen stark auf deren Bekanntheitsgrad geachtet haben?

Forster: Unter Marketinggesichtspunkten ist das sicher ein günstiger Nebeneffekt unse­res Projekts. Aber man muss sich eben auch fragen, weshalb sind diese Stücke so be­kannt? Einfach weil es mit die besten Stücke der Komponisten sind. Nur weil sie im Rund­funk und anderswo rauf und runter genudelt werden, heißt das doch nicht, dass diese Stü­cke ungeeignet sind für ein Projekt wie das un­sere.

Was für ein Publikum spricht „Classic meets Cuba“ an?

Forster: Wir haben mal eine Umfrage ge­macht und dabei festgestellt, dass etwa 50 Pro­zent des Publikums von der Klassik kommen, 30 Prozent vom Jazz und 20 aus dem Salsa-La­ger. Interessant ist auch, dass unser Publikum durch alle Generationen reicht, vom jungen Salsa-Tänzer bis hin zur Großmutter, die klas­sische Musik liebt. Und trotz der unterschied­lichen Zusammensetzung des Publikums war es bei unseren Konzerten noch meistens der Fall, dass zu unserer Musik auch getanzt wur­de.

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